Stadtbibliothek Gelsenkirchen eBibMedien. Die Spur der Schuld

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Jürgen M., 45, ist Untersuchungshäftling in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg, und er hat Angst. Ihm droht Paragraph 66, die so genannte Sicherungsverwahrung. Sie kann angeordnet werden, wenn von einem Täter auch nach Beendigung seiner Strafe wieder Verbrechen zu erwarten sind. Jürgen M. ist ein solcher Täter: Mehrfach wegen Gewalttaten vorbestraft, erschlug er im Dezember 2008 den Schwager seiner Freundin. Gabriele M. ist Hausfrau in einer süddeutschen Kleinstadt. Sie lebt in geordneten Verhältnissen in einem Mehrfamilienhaus, hatte immer viel gearbeitet. Seit ihr Rücken chronisch schmerzt, ist sie zu Hause und jobbt nur gelegentlich. Gabriele hat seit vielen Jahren keinen Kontakt zu ihrem jüngeren Bruder. Der war oft im Gefängnis, dann obdachlos, hatte keine Adresse hinterlassen und auch kein Interesse an Familienkontakten gezeigt. Gabriele M. erfuhr erst durch die Dreharbeiten, dass ihr Bruder wieder im Gefängnis ist. Und ihm, wenn er seine Therapie nicht erfolgreich abschließt, oder er wieder eine Gewalttat begeht, die Sicherungsverwahrung droht. Gemeinsam mit Süddeutsche Zeitung TV besucht sie ihren Bruder, um von früher zu erzählen. Denn dort, in einem Alptraum aus häuslicher Gewalt, sieht sie die Wurzel seiner Taten. Sie weiß, dass ihr Bruder "niemanden in den Kopf hinein lassen" will. Doch sie glaubt, wenn er sich nicht erinnert, wenn er nicht über die Misshandlungen aus seiner Kindheit redet, dann wird er die Therapie nicht abschließen können.

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